Die wichtigsten KI-Begriffe einfach erklärt, mit Beispielen
Prompt, Modell, Token, Halluzination und Co., die wichtigsten KI-Begriffe verständlich erklärt, mit Beispielen statt trockener Definitionen.
von David Bretscher
Mit KI-Unterstützung erstellt, von David geprüft und bearbeitet · 25. Juni 2026
Eine der größten Hürden beim Einstieg in die KI-Welt ist gar nicht die Technik selbst, sondern die Sprache drumherum. Überall fallen Wörter wie "Prompt", "Modell", "Token" oder "Large Language Model", und schnell entsteht das Gefühl, man müsse erst eine Fremdsprache lernen, bevor man überhaupt mitreden darf.
Die gute Nachricht: Du musst diese Begriffe nicht alle auswendig können, und die meisten bedeuten etwas viel Einfacheres, als sie klingen. Dieser Text erklärt dir die wichtigsten, nicht als trockene Liste zum Durchwühlen, sondern mit Beispielen, die hängenbleiben. Du kannst ihn von vorne bis hinten lesen oder einfach den Begriff heraussuchen, der dir gerade über den Weg gelaufen ist.
Prompt
Das ist der Begriff, der dir am häufigsten begegnen wird, und einer der einfachsten. Ein Prompt ist einfach das, was du der KI schreibst. Deine Frage, dein Auftrag, deine Anweisung. Mehr nicht.
Wenn du in eine KI tippst "Schreib mir einen Geburtstagsgruß für meine Schwester", dann ist genau dieser Satz dein Prompt. Das Wort kommt aus dem Englischen und bedeutet so viel wie "Aufforderung". Du wirst auch dem Verb begegnen, "prompten" heißt also schlicht: der KI etwas schreiben, damit sie etwas tut.
Warum es trotzdem ein eigenes Wort dafür gibt? Weil sich herausgestellt hat, dass die Art, wie du fragst, enorm beeinflusst, was herauskommt. Es lohnt sich, das gut zu können, dazu gibt es einen eigenen Leitfaden auf dieser Seite.
Modell
Wenn von einem "KI-Modell" die Rede ist, ist damit das eigentliche Programm gemeint, das die Antworten erzeugt, sozusagen der Motor unter der Haube. Verschiedene Anbieter haben verschiedene Modelle, und sie tragen oft Namen mit Buchstaben und Zahlen.
Ein hilfreiches Bild: Das Modell ist wie der Motor, die KI-Anwendung wie das Auto drumherum. Du fährst das Auto und musst den Motor nicht im Detail verstehen, aber es hilft zu wissen, dass es verschiedene gibt, manche stärker, manche sparsamer. Stärkere Modelle können kniffligere Aufgaben besser lösen, brauchen aber mehr Rechenleistung. Für die allermeisten Alltagsfragen reicht ein einfaches Modell vollkommen aus.
Du musst dir keine Modellnamen merken. Es genügt zu wissen: Wenn jemand "Modell" sagt, meint er die Maschine, die im Hintergrund die Antwort errechnet.
Token
Hier wird es kurz etwas technischer, aber das Bild dahinter ist einfach. Ein Token ist ein kleiner Sprach-Baustein, ungefähr ein Wort oder ein Wortteil. KI zerlegt jeden Text in solche Bausteine, um damit zu rechnen.
Das Wort "Geburtstagsgruß" wäre für die KI zum Beispiel kein einzelner Token, sondern würde in mehrere Stücke zerlegt. Du musst das nicht nachrechnen können. Wichtig ist nur, warum der Begriff überhaupt auftaucht: Erstens rechnen viele KI-Dienste ihre Kosten in Token ab. Zweitens kann sich eine KI nur eine begrenzte Menge an Token auf einmal "merken", das führt direkt zum nächsten Begriff.
Kontextfenster
Das ist einer der nützlichsten Begriffe überhaupt, weil er ein häufiges Ärgernis erklärt. Das Kontextfenster ist die Menge an Text, die eine KI in einem Gespräch gleichzeitig im Blick behalten kann, gemessen in Token.
Stell es dir wie einen Notizzettel vor, auf dem das ganze Gespräch mitgeschrieben wird. Der Zettel ist groß, aber nicht unendlich. Wird er voll, fällt das Älteste oben weg, um unten Platz zu machen. Genau deshalb wirkt eine KI in sehr langen Gesprächen manchmal, als würde sie den Anfang "vergessen" oder durcheinanderkommen, das Kontextfenster ist voll. Die Lösung ist simpel: ein frisches Gespräch beginnen. Das ist kein Fehler der KI, sondern eine bekannte Eigenschaft, die fast niemand erklärt. Ausführlich, warum das passiert und wie du clever damit umgehst, steht in Warum vergisst KI, was ich vorhin gesagt habe?.
Halluzination
Ein dramatisch klingendes Wort für etwas, das du unbedingt kennen solltest. Eine Halluzination ist, wenn die KI etwas erfindet und es überzeugend als Tatsache darstellt, ein Buch, das es nicht gibt, eine falsche Zahl, eine erfundene Quelle.
Das passiert nicht aus Bosheit, sondern weil die KI Sprache nach Wahrscheinlichkeit zusammensetzt und dabei nicht zwischen "wahr" und "klingt richtig" unterscheidet. Weil das ein so wichtiges Thema für den sicheren Umgang ist, hat es einen eigenen, ausführlichen Artikel auf dieser Seite. Für hier genügt: Halluzination = überzeugend vorgetragene Erfindung, und du solltest wichtige Fakten immer prüfen.
Large Language Model (LLM)
Ein sperriger englischer Fachbegriff, der dir aber ständig begegnet, deshalb hier kurz entzaubert. "Large Language Model" heißt wörtlich "großes Sprachmodell" und bezeichnet genau die Art von KI, die hinter den bekannten Chatbots steckt. Die Abkürzung ist LLM.
"Sprachmodell" trifft es gut: Es ist ein Modell, das auf Sprache spezialisiert ist, Texte verstehen und erzeugen. "Groß" bezieht sich darauf, dass es mit riesigen Textmengen trainiert wurde. Wenn du also "LLM" liest, denk einfach "die Sprach-KI hinter Chatbots wie ChatGPT, Gemini oder Claude". Mehr Bedeutung brauchst du im Alltag nicht.
Training
Training ist die Lernphase, die eine KI durchläuft, bevor du je mit ihr sprichst. Man zeigt ihr dabei gewaltige Mengen an Text, aus denen sie ihr Sprachgefühl entwickelt.
Der wichtigste Punkt dazu, weil er oft falsch verstanden wird: Diese Lernphase ist abgeschlossen, wenn du die KI benutzt. Sie lernt nicht weiter, während sie mit dir chattet, und wird nicht klüger, weil du mit ihr redest. Sie merkt sich dein einzelnes Gespräch nur, solange das Kontextfenster reicht, darüber hinaus bleibt nichts hängen. (Ob deine Eingaben später für ein künftiges Training verwendet werden dürfen, ist eine Datenschutz-Frage, die du oft selbst einstellen kannst, dazu gibt es eigene Artikel.)
Prompt-Engineering
Ein wichtig klingender Begriff für etwas Bodenständiges. Prompt-Engineering ist einfach die Kunst, gute Prompts zu schreiben, also so zu fragen, dass die KI möglichst nützlich antwortet.
Lass dich vom Wort "Engineering" nicht einschüchtern. Es bedeutet nicht, dass du programmieren oder Technik beherrschen musst. Es heißt nur: klar sagen, was du willst, der KI genug Zusammenhang geben, und bei Bedarf nachschärfen. Das ist erlernbar, und es ist die wohl wichtigste praktische Fähigkeit im Umgang mit KI. Genau deshalb widmet sich ein eigener Artikel ausführlich diesem Thema.
KI-Agent
Ein Begriff, der gerade häufiger auftaucht und für Verwirrung sorgt. Ein KI-Agent ist eine KI, die nicht nur antwortet, sondern selbstständig mehrere Schritte ausführt, um eine Aufgabe zu erledigen.
Der Unterschied zum normalen Chatbot: Ein Chatbot antwortet auf deine Frage und wartet dann auf die nächste. Ein Agent kann eine größere Aufgabe in Teilschritte zerlegen und diese nacheinander abarbeiten, etwa für eine Reiseplanung mehrere Dinge nacheinander heraussuchen. Für den Anfang ist das kein Begriff, der dich beschäftigen muss; es genügt zu wissen, dass "Agent" eine selbstständiger agierende Form von KI meint.
Du musst dir das nicht alles merken
Zum Schluss eine Entlastung: Niemand erwartet, dass du diese Begriffe nach einmaligem Lesen parat hast. Sie setzen sich von selbst, sobald du KI ein paar Mal benutzt, so wie man die Wörter einer neuen Tätigkeit nebenbei aufschnappt, statt sie zu pauken.
Die wirklich wichtigen für den Alltag sind drei: Prompt (das, was du schreibst), Halluzination (überzeugend Erfundenes, das du prüfen solltest) und Kontextfenster (warum lange Gespräche durcheinandergeraten und ein frischer Chat hilft). Mit diesen drei bist du erstaunlich gut gerüstet. Den Rest schlägst du nach, wenn er dir begegnet, zum Beispiel hier.
Wie es weitergeht
Jetzt, wo die Begriffe kein Buch mit sieben Siegeln mehr sind, lohnt sich der wichtigste davon in der Praxis: Lies, wie du gute Prompts schreibst, die eine Fähigkeit, die den größten Unterschied macht.
Oder spring direkt ins Erleben: Probier eine echte KI in unserer Übungsumgebung aus und sieh, wie aus den abstrakten Begriffen ganz konkrete, vertraute Dinge werden. Verstehen durch Tun ist hier der schnellste Weg.