Was du einer KI nie verraten solltest
Diese Daten haben in einer KI nichts zu suchen, und warum das wichtig ist. Eine klare, einfache Liste für den sicheren Umgang.
von David Bretscher
Mit KI-Unterstützung erstellt, von David geprüft und bearbeitet · 25. Juni 2026
Es gibt eine einzige Gewohnheit, die dich beim Umgang mit KI zuverlässiger schützt als jede technische Einstellung: zu wissen, was man besser für sich behält. Denn so hilfreich eine KI ist, sie ist kein vertrauter Freund und kein verschwiegener Berater, sondern ein Dienst auf fremden Rechnern. Was du ihr anvertraust, hast du ein Stück weit aus der Hand gegeben.
Die gute Nachricht: Die Regel dafür ist einfach und schnell verinnerlicht. Dieser Text gibt dir eine klare Liste der Dinge, die in einer KI nichts zu suchen haben, erklärt jeweils kurz warum, und gibt dir am Ende eine Faustregel, mit der du in jeder Situation richtig liegst, auch bei Dingen, die hier gar nicht aufgeführt sind. Es geht nicht um Angst, sondern um eine kleine, kluge Vorsicht, die zur Selbstverständlichkeit wird.
Warum diese Vorsicht überhaupt nötig ist
Kurz zur Erinnerung, denn es erklärt alles Weitere: Was du in eine KI eintippst, verlässt dein Gerät und geht an die Rechner des Anbieters. Dort kann es gespeichert und unter Umständen zur Verbesserung der KI verwendet werden, ein eigener Artikel erklärt das im Detail. Du kannst zwar Einstellungen vornehmen, die das eindämmen, aber die volle Kontrolle hast du nie.
Daraus folgt die simple Logik dieses Textes: Bei allem, was wirklich schützenswert ist, verlässt du dich nicht auf Einstellungen oder Versprechen, sondern auf die einzige hundertprozentig sichere Methode, es gar nicht erst einzugeben. Schauen wir uns an, was dazugehört.
Die klare Liste: Das gehört nicht in eine KI
Passwörter und Zugangsdaten. Niemals. Keine Passwörter, keine PINs, keine Antworten auf Sicherheitsfragen, keine Zugangscodes. Eine KI braucht sie nie, und sie haben in keinem fremden System etwas verloren.
Bank- und Zahlungsdaten. Kontonummern, Kreditkartennummern, Online-Banking-Daten. Auch wenn du die KI nach etwas Finanziellem fragst, die konkreten Nummern lässt du weg.
Ausweis- und Versicherungsnummern. Deine AHV-Nummer (in der Schweiz), Sozialversicherungs- oder Steuernummern, Pass- und Ausweisnummern. Solche eindeutigen Kennungen sind besonders heikel, weil sie dich unverwechselbar identifizieren.
Gesundheitsdaten. Diagnosen, Krankheiten, Medikamente, psychische Themen, alles, was deine Gesundheit betrifft, gehört zu den besonders schützenswerten Daten. Wenn du eine allgemeine Gesundheitsfrage stellen willst, formuliere sie allgemein ("Was hilft gegen Schlafprobleme?") statt mit deiner persönlichen Krankengeschichte.
Daten anderer Menschen. Ein oft übersehener Punkt: Es geht nicht nur um deine eigenen Daten. Den vollen Namen, die Adresse, die Telefonnummer oder Geschichte einer anderen Person gibst du nicht ohne deren Wissen ein, du entscheidest sonst über fremde Daten, was nicht dir zusteht.
Vertrauliche und berufliche Geheimnisse. Interne Firmendokumente, Geschäftsgeheimnisse, vertrauliche Verträge. Wenn du KI beruflich nutzt, kann das Eingeben solcher Inhalte ernste Folgen haben, hier gelten oft besondere Regeln deines Arbeitgebers, und es gibt eigene Geschäftsversionen für solche Fälle.
Die eine Faustregel, die immer passt
Du musst dir diese Liste nicht auswendig merken. Es gibt eine einzige Faustregel, die alle Fälle abdeckt, auch die, die hier nicht stehen:
Gib einer KI nichts, was du nicht auch einem höflichen, aber wildfremden Menschen am Telefon sagen würdest.
Stell dir vor, jemand Unbekanntes ruft dich an und ist freundlich und hilfsbereit. Du würdest ihm vielleicht eine allgemeine Frage stellen, ein Rezept besprechen, dir etwas erklären lassen. Aber du würdest ihm nicht dein Passwort nennen, nicht deine Kontonummer durchgeben, nicht deine Krankengeschichte erzählen. Genau dieses Bauchgefühl ist der richtige Maßstab für die KI. Wenn du bei einer Eingabe zögerst, "würde ich das einem Fremden sagen?", hast du deine Antwort meist schon.
Was völlig unbedenklich ist
Damit das alles nicht zu ängstlich klingt, die andere Seite: Das allermeiste, was du mit einer KI tust, ist vollkommen harmlos. Dir ein Gedicht schreiben lassen, ein Rezept umrechnen, einen Text glätten, dir ein Thema erklären lassen, Ideen sammeln, eine Sprache üben, bei alldem gibt es nichts Schützenswertes preiszugeben. Du musst also nicht bei jeder Eingabe nervös werden.
Die Vorsicht gilt nur für die persönlichen, identifizierenden und vertraulichen Dinge. Für den riesigen Rest gilt: Tipp munter drauflos und hab Freude daran. Der bewusste Umgang heißt nicht ängstlich, sondern einfach: einen kurzen Moment nachdenken, bevor man etwas wirklich Persönliches eingibt.
Ein praktischer Trick: Platzhalter verwenden
Zum Schluss ein Kniff, mit dem du auch heiklere Aufgaben sicher erledigen kannst. Oft willst du ja Hilfe bei etwas Persönlichem, einem Brief, einer Bewerbung, einem Schreiben. Die Lösung: Ersetze die sensiblen Stellen durch Platzhalter.
Statt "Schreib einen Brief an meinen Nachbarn Hans Müller in der Bahnhofstrasse 5" schreibst du "Schreib einen Brief an meinen Nachbarn [Name] in der [Adresse]". Die KI macht dir den Brief mit den Platzhaltern, und du füllst die echten Angaben hinterher selbst ein, auf deinem Gerät, wo sie hingehören. So bekommst du die volle Hilfe, ohne echte Daten preiszugeben. Ein einfacher Trick, der erstaunlich oft funktioniert.
Das Wichtigste in Kürze
Nicht in eine KI gehören: Passwörter und Zugangsdaten, Bank- und Zahlungsdaten, Ausweis- und Versicherungsnummern, Gesundheitsdaten, Daten anderer Menschen und vertrauliche berufliche Inhalte. Die Faustregel für alles: Gib nichts ein, was du einem höflichen Fremden am Telefon nicht sagen würdest. Das allermeiste andere ist unbedenklich. Und für heikle Aufgaben hilft der Platzhalter-Trick: sensible Stellen erst nachträglich selbst einfügen.
Wie es weitergeht
Wenn du wissen willst, wie du zusätzlich die Einstellungen deines Dienstes absicherst, lies, wie du den KI-Datenschutz einstellst. Und für das größere Bild, was überhaupt mit deinen Eingaben geschieht, schau dir an, was mit deinen Daten bei KI passiert.
Am besten verinnerlichst du das Gespür aber durchs Tun: Übe in unserer geführten Umgebung, in der dich ein Begleiter sanft darauf hinweist, wenn du etwas Persönliches eingibst. So wird die kluge Vorsicht zur mühelosen Gewohnheit.